In den Gräbern der Merowingerzeit kommen Spathen, Saxe, Lanzen, Äxte bzw. Franzisken, Pfeil und Bogen und Schilde vor. Auch Reitzubehör. Selten sind der Ango, Helme und Panzer. Sie erscheinen allein in den reichsten Gräbern.
Die wichtigste Waffenkombination ist die eines Einzelkämpfers. Zu ihr gehört das Schwert oder der Sax bzw. beides, vervollständigt durch den Schild.
Speer bzw. Lanze und Schild oder auch Axt und Schild bilden eine Rüstung, die einen Kampf auf etwas weitere Distanz erlauben und zudem zur Bildung von Truppenkörpern geeignet sind. Das geht auch, wenn eine Fernwaffe wie der Bogen die entscheidende Waffe bildet.
Für den Reiterkampf werden einfach die diversen Waffenkombinationen mit dem Pferd verknüpft (die Reiterei der Alamannen soll dereinst recht berühmt – da sehr effektiv – gewesen sein). Daneben kommen weitere Kombinationen vor, so etwa die Nahkampfwaffe Sax mit Pfeil und Bogen.
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>>> Schutz, Panzerung
Ganz anders als die römischen Legionen waren die germanischen, wie alamannischen Krieger und Kämpfer größtenteils ungepanzert. Manchmal war der Kopf mit einer Lederkappe geschützt, Helme aus Eisen waren selten und äußerst kostspielig ... damit Anführern vorbehalten.
Zur Zeit der Merowinger kannten die germanischen Stämme den Plättchenpanzer, welcher aus aneinandergebundenen Eisen- oder Hornplättchen gefertigt wurde. Oder auch das Kettenhemd, welches beim adeligen Friedhof in Niederstotzingen gefunden wurde.
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>>> Distanzwaffen
Speer, Lanze, Bogen… diese Waffen waren für jedermann erschwinglich, da sie großteils oder ganz aus Holz angefertigt wurden. Die Spitze der Lanzen, Speere und Pfeile konnten notfalls im Feuer gehärtet werden. Ihre hohe Reichweite war jedenfalls ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Die Lanze wurde im Alamannischen vorwiegend in Gräbern mit Spatha und Sax gelegt und bildete damit im Gegensatz zum Bogen selten eine eigene Bewaffnung. Germanen verwendeten letzteren ursprünglich auch nur zur Jagd. Als Waffe erst ab der jüngeren Kaiserzeit (nach Vorbild der Römer) – vor allem die Franken und Bajuwaren… weniger die Alamannen.
Bogen fand man in unterschiedlichen Qualitäten. Die beste wohl bisher in den Gräbern von „Oberflacht“: Bis 1.90 Meter lang, Eibenholz, geschätztes Zuggewicht 35 kg, Schussweite 150-200 Meter.
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>>> Schild
Schilde waren die einzigen Schutzwaffen, welche die einfachen Krieger in der Regel benutzten. Die alamannischen Schilde waren in der Regel rund und hatten einen Durchmesser von bis zu einem Meter – flach bis leicht konisch gearbeitet.
Sie waren eher leicht gebaut mit dünnen auf Stoß verleimten Brettern aus Eschenholz, seltener aus Eiche oder Ahorn. Meistens wurden sie mit Leder (Rohhaut) überzogen und bunt bemalt. Ein Schildbuckel aus Metall schützte die empfindliche Stelle, an der sich der Handgriff befand.
Vor der Merowingerzeit war der Schild umso notwendiger, da der Krieger in seiner üblichen Kleidung in den Krieg zog… oder sogar nackt. Insgesamt kann man annehmen, dass Schilde vor allem dazu dienten, diverse Geschosse abzuwehren bzw. abzubremsen, als auf Dauer heftigen Schlägen ernsthaften Widerstand zu leisten. Dies scheint durch Pfeileinschusslöcher in den Funden belegt zu werden. Allerdings eignete er sich im Nahkampf auch zum Drücken oder für wuchtige Kantenschläge.
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>>> Axt, Wurfaxt
„Franziska“ (die Fränkische) ist der Name einer Wurfaxt, welche die Alamannen von den Franken übernommen haben. Davor war die Bartaxt typisch für die Alamannen. Sie hebte sich durch die eigentümliche Krümmung des Stiels von anderen Wurfbeilen ab.
Die Blütezeit der Franziska liegt im 5./6. Jh., aber schon gegen Ende des 6. Jh. sinkt ihre Bedeutung… und nur noch vereinzelt tritt sie im 7. Jh. in Erscheinung.
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>>> Sax
Als Sax bezeichnet man das einschneidige Kurzschwert, das in verschiedenen Längen und Ausführungen existierte – vom Kurzsax bis zum Scrama- bzw. Reitersax, welcher fast die Länge einer Spatha erreichen konnte.
Er erscheint bei den Franken in der 2. Hälfte des 5. Jh., gewinnt zusehends an Bedeutung und wird in manchen Gebieten im 7. / 8. Jh. die vorherrschende Hiebwaffe. Dazu wandelt er sich vom einfachen Kampfmesser zum einschneidigen, langen Hiebschwert.
Mit der Zeit verdrängt der Sax die Spatha bei den germanischen Stämmen, tritt aber zuerst als zweite Hiebwaffe hinzu. Anders bei den Alamannen: Noch im 8. Jh. (als die Waffensitte, zwei Hiebwaffen zu tragen, schon aufgegeben war) bleiben die alamannischen „Adeligen" bei der Spatha, während die Bajuwaren etwa den Sax bevorzugen.
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>>> Spatha
Das Schwert (Spatha) war bei den Germanenstämmen die einzige Waffe ohne Funktion als Werkzeug. Es war nur sehr aufwändig und daher auch kostspielig herzustellen (auch wegen der Damaszierung der Klinge: dadurch wurde diese härter und elastischer). Deshalb war eine Spatha von jeher nur wohlhabenden oder bewährten Kriegern vorbehalten.
Die Spatha war im späten 6. Jh. eine reine Hieb- und Stichwaffe. Sie hatte eine Länge von bis zu 1 m und wies eine 4-6 cm breite, parallel verlaufende Klinge mit rundlich zugespitzter Ort auf. Die Kehlung in der Mitte der Klinge verringert ihr Gewicht. Und dank ihres damit recht niedrigen Gewichtes (ca. 1 kg) und der zum Ort hin gleichmäßig dünner werdenden Klinge waren die Spathae seit jeher sehr agil und führig.
Die Kampfweise mit der Spatha war kein rohes Aufeinanderschlagen der Klingen, sondern mehr eine gleitende. Dass Schläge eines Gegners allerdings auch mit der Klinge pariert wurden, lassen Scharten in gefunden Klingen ebenfalls erkennen.
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