mashART – Alamannen von Rhî-Ems, Kulturverein


 
   

>>> Religion der Germanen

Die Religion der Germanen vor ihrer Christianisierung ist leider nur sehr wenig erforscht. Bekannt ist, daß sie im Gegensatz zu den Römern keine Tempel und Priester hatten. Religiöse Feiern mit Schlachtung von Opfertieren, gemeinsamen Mahl, Gesängen und Tänzen fanden in freier Natur an besonderen heiligen Stellen (Haine, Bäume, Steine, Quellen) statt.

Verehrt wurde eine Vielzahl von Göttern. Im Lauf der Jahrhunderte dürften manche von ihnen (aufgrund der vielen äußeren Einflüsse auf die Germanen) teilweise durch andere Gottheiten ersetzt worden sein. Daraus kann man folgern, dass die diversen Stämme durchaus auch unterschiedliche Gottheiten verehrten. Es ist sogar denkbar, dass räumlich voneinender getrennte Sippen des gleichen Stammes bereits unterschiedliche Ansätze hatten.

Archäologische Quellen zeugen von zahlreichen Kultplätzen. Opferfunde aus Mooren und Sümpfen lassen einen kleinen Einblick in die damalige Verehrung dieser Götter zu. Gottheiten mit ihrem Sitz in Seen und Mooren wurden durch Bitt-, Dank- oder Sühneopfer, insbesonders Waffen, Tier- und Speiseopfer gehuldigt. Menschenopfer sind zwar schriftlich überliefert, archäologisch aber schwer nachweisbar.


>>> Religion der Alamannen im 5./6. Jh.

Die Alamannen verehrten noch im 5. Jahrhundert altgermanische Gottheiten, hauptsächlich Zîu (dem germanischen Gott Tyr gleichzusetzen). Dieser einarmige Kriegs- und Rechtsgott galt nicht zuletzt als Beschützer des Things. Noch heute zeugt der Wochentag Dienstag (Ziostag, Zieschtig) von der damaligen Bedeutung dieser Gottheit. Zahlreiche Funde weisen aber auch auf die Verehrung weiterer im gesamtgermanischen Raum recht bekannter Gottheiten wie etwa Woatan, Frigg und Wîgi-Þonar hin.

Der Wechsel vom Heidentum zum Christentum fand bei den Alamannen während der Merowingerzeit unter fränkischer Herrschaft statt. Der Frankenkönig Chlodwig wechselte nach seinem Sieg über die Alamannen (wahrscheinlich 496/497) zum Christentum. Während die Christianisierung bei den Franken schneller vor sich ging, hielten viele Alamannen lange und zäh an ihren bisherigen Bräuchen fest.

Generell gab es wahrscheinlich in den alten römischen Gebieten südlich und westlich des Rheins ununterbrochen Christen in der Bevölkerung, zumindest in den Städten und in den Alpentälern. Untergegangen war in der Alamannia seit der Römerzeit bekanntermaßen nur der Bischofssitz in Vindonissa (Windisch).

Dennoch setzte schon bald die intensive Missionierung unter dem Schutz der Franken ein. Im Gebiet des heutigen Vorarlberg insbesondere durch die irischen Missionare Kolumban und Gallus. Ersterer soll bei Bregenz Zeuge eines Bieropfers an Woatan gewesen sein, dabei mit seinem Blick das geweihte Bierfaß zum Bersten gebracht und damit viele zum Christentum bekehrt haben. Diese ersten alamannischen Christen dürften zwar den Eingottglauben übernommen haben, Kirchgang und Taufe hat jedoch vorerst wahrscheinlich keine bedeutende Rolle gespielt. Man glaubte in allen Situationen des Lebens ehrfürchtig und aufrichtig an die göttliche Allmacht und dessen Schutz. Christus als Bote Gottes wurde nicht leidend gesehen, als aufopferndes Lamm Gottes, sondern als Kriegerfürst und Kämpfer gegen das Böse.

Die endgültige Etablierung des Christentums bei den Alamannen zeigt sich mit der Lex Alamannorum (8.-12. Jhdt. n. Chr.), in der im Gegensatz zur früheren Pactus Alamannorum (aus dem 7. Jhdt. n. Chr.) bereits christliche Elemente wie Arbeitsruhe am Sonntag, Eid auf Reliquien, harte Strafen bei Kirchendiebstählen und Dämonenglauben festgelegt sind.


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>>> Südgerm. Gottheiten und mythische Helden

Balder (Paltar), Donar (Wîgi-Þonar), Fol (Phol), Folla, Fositae, Fricco, Frîja, Gaus, Hathagât, Hirmin, Iring, Sinhtgunt, Sunna, Wieland, Wuotan (alamannische Form „Woatan“… als Personenname neben Wôtan und Wuotan überliefert), Wurth, Zîu. Nicht bezeugt, aber oft in der Literatur erwähnt, sind Ôstara, Frô.


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