mashART – Alamannen von Rhî-Ems, Kulturverein


 
   

>>> Das Kriegertum

Bei den Alamannen dürfte lange, wie bei allen anderen Germanenstämmen bzw. Stammesverbänden auch, eine fast schon philosophische Ansicht des Kampfes bestanden haben: Der Stammes­fürst kämpfte für den Sieg und sein „Heil“… die Gefolgschaft für den Stammesfürsten. Eine Schande war es, wenn sich der Fürst von seiner Gefolgschaft übertrumpfen ließ; eine Schande war es aber genauso, wenn die Gefolgschaft nicht die Leistung des Fürsten erreichte.


Nach der Schlacht bzw. Krieg kehrten die meisten Männer und Frauen auf ihre Höfe zurück und widmeten sich wieder ihrem Lebensunterhalt: der Landwirt­schaft, der Jagd, dem Handel oder dem Handwerk.

Man kann natürlich nicht alle Alamannen zur Zeit unserer Darstellung als Krieger bezeichnen. Immerhin hatte nur der freie Alamanne das Recht Waffen zu tragen. Und erst die „Initation“ mit anschließender Speerweihe machte einen jungen Freien zu einem vollwertigen Mitglied der Sippe. Die meisten bewirt­schafteten ihren Hof. Theoretisch stand ihnen aber genauso der Weg zum Kriegsherrn offen….

Anders bei den Familienmitgliedern des Stammesfürsten. Um anerkannt zu werden, mussten sie oft von Krieg zu Krieg ziehen. Lebte der eigene Stamm für längere Zeit in Frieden, wechselten vor allem die Jüngeren zu anderen Stämmen und zogen damit dem Krieg entgegen. Es galt, Ruhm und Ehre zu gewinnen, um damit das eigene „Heil“ bzw. das „Heil der Sippe“ zu stärken um letztlich selbst Kriegsherr zu werden.


Um erfolgreich zu sein, musste solch ein Krieger aber nicht nur eine gute Ausbildung haben, sondern auch sehr viele Fähigkeiten in sich vereinen: Stärke, Ausdauer, besonderes Geschick im Umgang mit Waffen, außergewöhnliches strategisches Denken, Konsequenz, mitreißenden Mut, Charakter, Stolz, Ehre, Überzeugungskraft, Opferbereitschaft… sicher ganz viel Glück… aber genauso Redegewandtheit, Ausstrahlung … und noch vieles andere mehr. Alle diese Fähigkeiten zusammen machten das sogenannte „Heil“ eines Kriegers aus..

Für uns heute ist dieser Begriff nicht immer nachvollziehbar. Etwa so wie ein germanischer Krieger mit unserer Unterscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“ seine Probleme gehabt haben müsste. Wir dürfen deshalb deren Taten nicht mit unseren heutigen Wertvorstellungen messen. Damit weder verurteilen, noch glorifizieren. Schließlich: auch die Römer hatten deshalb viele Probleme mit ihren nördlichen Nachbarn. Selbst bei so grundlegenden Begriffen wie „Friede“ hatten sie etwas völlig anderes im Sinn, wie die Germanen...


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