Ehre und Rache waren bei den Germanen untrennbar verbunden. Seine Ehre verlor man schon durch kleine Schmähungen (persönliche oder eines Verwandten) als auch durch den gewaltsamen Tod von Sippenmitgliedern (z.B. aber nicht im Krieg). Die verlorene Ehre konnte entweder durch Rache in Form von Blutrache oder durch einen Vergleich auf einem Thing wieder hergestellt werden.
>>> Chatten
Ein germanisches Volk, das seinen Siedlungsschwerpunkt im heutigen Hessen (Deutschland) hatte, dessen Ursprung aber bis heute weitestgehen im Dunklen liegt. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts gerieten die Chatten unter fränkische Herrschaft. Man kann aber davon ausgehen, dass Teile von Ihnen (wie auch Teile vieler anderer Stämme und Völker) im Zuge der Alamannischen Ethnogenesis nach heutiger Definition zu Alamannen wurden. Die Sippe der Burkharde stammt erklärterweise von den Chatten ab. Hiltamar gilt ihnen als ein besonders heilvoller Krieger ihrer Altvorderen.
Merke: Chatten = Volk ( KEINE Religion ;) )
>>> Götter (altgerman.)
Die Alamannen hatten einen äußerst starken Götterglauben, wobei die Bedeutung der einzelnen Götter von Sippe zu Sippe variieren konnte. Die wichtigsten altgermanischen Götter für die Sippe der Burkharde sind: Zîu, Woatan, Frîja, Wîgi-Þonar, Volla, Sunna
>>> Heil
Nach heutigen Maßstäben ein „Kunstbegriff“, der vom modernen Menschen kaum mehr nachvollziehbar ist. Das Heil eines Menschen ergab sich damals vermutlich aus den Essenzen von Abstammung, Lebensaufgabe, Lebensenergie, Charakter, Ausbildung (Wissen, Sinn bringende Anwendung von Wissen), Intuition, Tatendrang, Kraft, Verantwortungsbewusstsein und Glück (…).
Das jeweilige Heil machte einen Menschen und dadurch seine Sippe (Familie) bzw. umgekehrt aus. Wenn es an Größe verlor, verlor auch der Mensch oder sogar die ganze Sippe an Kraft und Macht. Ohne Heil schien letztlich sogar keine menschliche Existenz möglich gewesen zu sein.
Es waren verschiedene Ausdrucksformen des „Heils“ bekannt. Neben Ernte-, Vieh-, Wind-, Freundes-, Mannes- oder Kriegsheil galt das Königsheil als das außergewöhnlichste und wertvollste Heil. Ein Häuptling bzw. König war der „heilhafteste“ in der Sippe. Er besaß im besonderen Sieges-/Kriegs-, Mannes- und Freundesheil, d.h. er war besonders geschickt in der Feldherrenkunst, im Siegen, im Verfolgen und Töten von Gegnern. Ihm folgten die jungen Männer, aber auch die weniger heilhaften in der Sippe konnten sich jederzeit an ihn wenden, um sich durch seine Weisheit und Tapferkeit Recht und Ehre zu verschaffen.
>>> Hiltamar
Ein Altvorderer (Ahne) der Burkharde, auf den die Sippe zurückgeht. Er fiel im Kampf mit den Kohorten Caracallas nahe des Iva.
>>> Landwirtschaft
Im Wesentlichen waren an Geräten nur den Plug und die Sense bekannt, auch hatte man mit schlechten Bodenverhältnissen zu kämpfen. Erst in der Merowingerzeit war man in der Lage, einen intensiveren Ackerbau, eine Gartenwirtschaft, und den Obstbau zu entwickeln. Als Dünger wurden wahrscheinlich Stallmist und Mergel verwendet.
>>> Langhaus
Eine Kombination aus Wohnhaus und Stall... möglicherweise auch Werkstatt. Wurde aus Holz und Lehm mit tief hinuntergezogenem Strohdach gebaut. Meist fensterlos – Rauch zog durch eine Luke im Giebel ab.
>>> Merseburger Zaubersprüche
Die beiden einzigen erhaltenen Zaubersprüche germanisch-heidnischer Religion in althochdeutscher Sprache, entdeckt 1841 in der Bibliothek des Domkapitels Merseburg. Sie stammen aus einer theologischen Handschrift des 9. / 10. Jahrhunderts.
Befreiung von Gefangenen Eiris sazun idisi Sazun hera duoder. Suma hapt heptidun Suma heri lezidun Suma clubodun Umbi cuoniouuidi: Insprinc haptbandun Inuar uigandun
Pferdeheilung Phol ende uuodan Uuorun zi holza du uuart demo balderes uolon sin uuoz birenkit. Thu bigol en sinthgunt, sunna era suister; thu bigol en friia, uolla era suister; thu bigol en uuodan, so he uuola conda:
sose benrenki, sose bluotrenki, sose lidirenki, ben zi bena, bluot zi bluoda, lid zi geliden, sose gelimida sin.
>>> Ritus
Spirituelle, religiöse, und zeremonielle Handlung einer Person oder Gruppe, die verschiedenen Zwecken dienen kann. Anrufungen, Übergangsriten, Fruchtbarkeitsriten, oder auch einfach regelmässige, identisch ausgeführte Handlungen oder Gewohnheiten sind Beispiele dafür.
Übergangsritus: Ritus, der eine oder mehrere Personen zum Teil einer Gemeinschaft macht. So wurde ein Kind nur durch seine Geburt nicht automatisch auch Mitglied der Sippe bzw. Familie... ebenso, wie man nach dem Tod nicht automatisch aus ihr ausgeschieden ist. Weitere Beispiele für Übergänge sind die Initiation, die Heirat, oder die Umsiedlung.
>>> Schicksal
Eine Art „Höhere Macht“ die das Leben eines Menschen bestimmte. Das Schicksal war festgelegt, galt aber dennoch bis zu einem gewissen Punkt als beeinflussbar.
>>> Sippe
Bezeichnung einer Lebensgemeinschaft mit gemeinsamer Herkunft bzw. Blutsverwandtschaft, verbunden durch ein ausgeprägtes Gruppenbewusstsein (Funktion des Sippenoberhauptes, Ahnenverehrung, etc.).
>>> Thing
Eine Volks- und Gerichtsversammlung nach altem germanischem Recht. Traditionell soll am ersten Tag eines Thing über die angefallenen Punkte beraten worden sein, Entscheidungen fällte man jedoch erst nach einer langen und intensiven Nacht am zweiten Tag.
>>> Zauber
Wie andere Völker ihrer Zeit hatten die Alamannen diverse Rituale und Zaubersprüche für unterschiedliche Anlässe und Notlagen, in denen oft auch die Götter um Hilfe angerufen wurden. Beispiele sind unter anderem die Merseburger Zaubersprüche oder die Pariser Segen.
>>> Zelt
Meist simple Modelle aus Holzstangen und groben Leinenstoffen. Die Zelte der Burkharde sind nach dem Vorbild des Utrecht-Psalter gefertigt, das auch von einigen anderen musealen Gruppen gerne verwendet wird.
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