Die Mitglieder des Hohenemser Vereins "mashART - Alamannen von Rhî-Ems, Kulturverein" mit Konzeptkünstler Martin Stock (mashART) überzeugten bei den Römer- und Germanentagen 2009 in Kalkriese (D) mit dessen experimentellen Inszenierung eines germanischen Bündnis-Ritus mit proto-germanischen Sprachfragmenten.
Bramsche-Kalkriese: Vor 2000 Jahren war es blutiger Ernst, der sogar den Verlauf der Geschichte beeinflusst haben soll... und zwischen 11. und 14. Juni 2009 hat nunmehr ein nachgestelltes Schlachtgetümmel zwischen Römern und Germanen regelrechte Besucheranstürme ausgelöst. Ungefähr 26.000 Geschichtsinteressierte zogen an diesem Wochenende durch das Museum und Park Kalkriese bei Osnabrück, um sich auf dem vermuteten Originalschauplatz der Schlacht vom Teutoburger Wald im Jahr 9 nach Christus auf eine Zeitreise in die Antike entführen zu lassen.
Zu sehen gab es aber neben der Schlacht auch sehr viel römisches und germanisches Alltagsleben, Handwerk, militärischen Drill und sogar Kunst – aus Vorarlberg! So wurde der Hohenemser Konzeptkünstler Martin Stock (mashART) vom Organisationsteam des Museums mit der schon im Vorfeld viel Aufmerksamkeit erregenden Aufgabe bedacht, im Lager der Germanen gemeinsam mit dem Hohenemser Verein "mashART – Alamannen von Rhî-Ems, Kulturverein" und in Zusammenarbeit mit den Germanengruppen Hermunduren und "Projekt Sueben" eine für sein neues Bühnenwerk der Themenreihe "Alamanni" entstandene Ritus-Szene zu inszenieren.
Eine experimentell-konzeptionelle Darstellung, keine Rekonstruktion
Zwar bediente sich der Konzeptkünstler für seine – fast schon in wissenschaftlichem Kontext erstellte – akribisch recherchierte Szene vieler relevanter historischer und archäologischer Quellen. Dennoch stand ihm bei seiner experimentellen Inszenierung bewusst nicht eine historische Rekonstruktion denkbarer Handlungen im Vordergrund, denn vielmehr die Wirkungsweisen einer Konfrontation des modernen Menschen mit der nahezu untergegangenen Kultur der Germanen. "Wir wissen genau: So wie wir diesen 'Ritus' darstellen... war es definitiv nicht", betont der Künstler. "Doch versuchen wir, bei den Zuschauern ein vages Gefühl für die Besonderheiten dieser für uns kaum noch nachvollziehbare germanische Kultur jenseits bekannter Klischeebilder aufkommen zu lassen."+